Ihr Lieben,

der Schlüsseltext dieses Impulses ist Epheser 2,8-10:

„Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir sind sein Gebilde, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

Wachstum 1

In einem kleinen Dorf lebte ein weiser und liebevoller Gärtner, der einen wunderschönen, weitläufigen Garten pflegte. Das Wertvollste in seinem Leben war jedoch seine Tochter, die kleine Eva. Sie liebte ihren Vater über alles und wollte nichts sehnlicher, als ihm im Garten zu helfen.

Eines Morgens wachte Eva auf und sah, wie müde ihr Vater nach einer langen Nachtarbeit aussah. Sie dachte:

„Wenn ich heute wirklich fleißig bin und ihm zeige, wie gut ich arbeiten kann, dann wird Papa mich noch mehr lieben.“

Sie beschloss, den alten Fliederbaum ganz allein zu beschneiden. Sie nahm eine große Schere, mühte sich ab, schwitzte und schnitt völlig unprofessionell Äste ab. Sie wollte beweisen, dass sie eine nützliche Tochter war, die es wert war, vom Vater angenommen und geliebt zu werden.

Als Vater in den Garten kam, sah er nicht den verstümmelten Fliederbaum, sondern die tiefen, blutigen Schrammen an Evas kleinen Armen, die vom Kampf mit der großen Schere stammten. Sein Gesicht verdunkelte sich, aber nicht vor Zorn über den Baum, sondern vor Sorge und Schmerz um seine Tochter.

Er nahm die Schere behutsam weg und fragte nicht: „Warum hast du den Baum ruiniert?“, sondern: „Mein Schatz, warum tust du dir das an?“

Eva brach in Tränen aus: „Ich wollte nur, dass du siehst, wie lieb ich dich habe! Ich wollte beweisen, dass ich es wert bin, deine Tochter zu sein, indem ich genug tue!“

Der Gärtner kniete sich hin, nahm sie fest in den Arm und sprach Worte, die ihr Leben veränderten:

„Mein Schatz, du musst mir nichts beweisen. Du bist meine geliebte Tochter, weil ich dein Vater bin. Dein Wert ist nicht an deine Leistung, an dein Tun gebunden, sondern an dein Sein, an deine Zugehörigkeit in meiner Familie. Das ist ein Geschenk, das du nur annehmen kannst.“

Er verband ihre Wunden und sagte: „Sieh her, mein Kind: Jetzt, wo dein Sein in meiner Liebe gesichert ist, wollen wir zusammen in meinem Garten wirken. Ich habe schon lange einen Plan für diesen Garten. Ich weiß genau, welche Blumen und Bäume meine Pflege brauchen und ich weiß genau, wie es am besten geschieht.

Ich werde dir nicht nur zeigen, was heute zu tun ist – ich gebe dir auch die Werkzeuge und die Kraft dafür. Ich habe diese spezielle, ganz leichte Schere für dich vorbereitet, die perfekt in deine Hände passt. Ich zeige dir, wo du schneiden sollst, und ich schenke dir die Motivation und die Fähigkeit für diese Arbeit. Komm, wir arbeiten zusammen, nach meinem Plan und mit meiner Kraft.“

Diese kleine Geschichte des Gärtners und seiner Tochter ist ein Spiegelbild unserer eigenen Seele.

Die tiefe Angst des Mädchens, sich die Liebe des Vaters erst verdienen zu müssen, ist keine kindliche Besonderheit. Es ist die existenzielle Angst des Menschen, die direkte Folge der Trennung von Gott seit dem Sündenfall.

In jedem Menschen, unabhängig von Kultur oder Zeit, steckt eine tiefsitzende Sehnsucht. Wir spüren instinktiv: Da ist eine Lücke. Es ist eine Kluft:

  • zwischen dem Ideal, wie wir sein sollten, und der schmerzhaften Realität, wie wir in der Wirklichkeit sind.
  • zwischen der Sehnsucht nach Ewigkeit und der Realität unserer Vergänglichkeit und Sündhaftigkeit.

Und dabei fragen wir uns:

  • Wie kann ich meinem Leben einen Sinn geben?
  • Wie kann ich meine Schuld und mein Versagen bereinigen?
  • Wie kann ich vor einem heiligen Gott bestehen?

Im Kern läuft es immer auf dasselbe hinaus: Wie werde ich heil? Diese Frage ist die Sehnsucht, die im Zentrum jeder Religion, jedes Rituals und jedes guten Vorsatzes zu finden ist. Es ist unsere tiefe Sehnsucht, um die Lücke zwischen uns und Gott zu schließen.

Viele von uns kennen das nagende Gefühl, dass wir etwas tun müssen, etwas leisten müssen, um diese Lücke zu füllen. Wir stellen uns Gott als einen unerbittlichen Prüfer vor. Und so landen wir alle bei der gleichen Logik, die in unseren Genen verankert zu sein scheint:

  • Ich muss tun, um zu sein.
  • Ich muss genug leisten, um Gottes Kind zu werden oder zu bleiben.

Das ist aber der natürliche Weg des Menschen: die Selbsterlösung – „Tun, um zu sein“. Die meisten Religionen basieren auf dieser Logik: Der Mensch muss durch eigene Anstrengung, durch Rituale, moralische Stärke oder Einsicht das Heil erwirken.

Im Glaubensleben äußert sich dies als Werksgerechtigkeit. Wir werden zu geistlichen Buchhaltern, die ständig die Bilanz prüfen: „Habe ich heute mehr gebetet als gefehlt? Waren meine Gedanken ‚gut genug‘?“ Wir versuchen, die Erlösung durch ständige „Einzahlungen“ zu kaufen oder zu sichern.

Die Konsequenz davon ist Angst, Unsicherheit und Stolz:

  1. Angst und Unsicherheit: Weil wir nie sicher sein können, dass unsere Leistung ausreicht. Der Maßstab Gottes ist perfekt, unser „Tun“ ist es nie.
  2. Stolz: Weil wir glauben, besser zu sein als andere, die – unserer Meinung nach – weniger „tun“.

Viele von uns kennen das Gefühl, in einem Hamsterrad aus Verpflichtungen zu stecken:

  • Ich muss genug beten, damit Gott mir wohlgesonnen bleibt.
  • Ich muss das Gesetz noch perfekter halten, um meine Rettung zu sichern.
  • Ich muss mich stärker beherrschen, um die Gnade Gottes nicht zu verspielen.
  • Ich muss täglich Bibel lesen, um ein richtiger Christ zu sein.
  • Ich muss die – meiner Meinung nach – frommen Lieder singen, damit Gott mit mir zufrieden ist.
  • Ich muss einen bestimmten Kleidungskodex einhalten, um vor Gott und den anderen geistlich dazustehen.
  • Ich muss erfolgreich missionieren, damit Gott sieht, dass ich es ernst meine.
  • Ich muss zeigen, dass mein Glaube stärker, meine Hingabe tiefer, mein Dienst größer ist als der anderer.
  • Ich muss Gott etwas beweisen – durch mein Tun, durch meine Leistung, durch mein Engagement.

Wie viel von dem, was wir glauben, gründet eigentlich auf der Annahme, dass wir Gottes Gunst erst durch unser beständiges Tun und unsere eigenen Anstrengungen erarbeiten müssen? Wie viel von unserer geistlichen Energie verzehren wir damit, uns Tag für Tag unsere Rettung verdienen zu müssen?

Und am Ende bleibt nur Enttäuschung, Angst und die lähmende Erschöpfung der Werksgerechtigkeit, also des Tuns um zu Sein. Der Apostel Paulus wischt diese ganze Konstruktion beiseite, nicht nur als unvollständig, sondern als völlig falsches Fundament. Das menschliche Tun ist Sand, es ist kein Fundament für das Heil.

In Epheser 2,8-9 lesen wir:

„Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme.“

Hier lädt uns Paulus ein, die zentrale Frage neu zu stellen:

  • Tun, um zu sein, oder Sein, um zu tun?

Die Botschaft Jesu Christi stellt das Verhältnis radikal auf den Kopf. Sie dreht die Logik um: Sein, um zu tun! Wir sind zuerst geliebt, zuerst angenommen, zuerst gerechtfertigt.

Die Gnade ermöglicht uns das Heil durch den Glauben, und das ist Gottes Gabe. Erst aus dieser gesicherten Position heraus folgt die Tat, also das Tun.

Im christlichen Glauben sind wir uns ziemlich einig, dass die Rechtfertigung eine abgeschlossene, einmalige Tat Gottes in Jesus Christus ist. Sie ist ein juristischer Freispruch! Gott spricht uns, die wir an Jesus glauben, für gerechtfertigt.

Römer 5,1 bekräftigt das:

„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.“

Das bedeutet, dass unsere sündhafte Vergangenheit durch das Blut Jesu bereinigt ist und Gott schenkt uns einen Statuswechsel: Wir sind von nun an seine Kinder! Der menschliche Anteil ist einzig der Glaube. Aber der Glaube selbst ist auch ein Geschenk, so wie es in Epheser 2,8 beschrieben wird: „…nicht aus euch: Gottes Gabe ist es“. Wir leisten hier nichts, wir empfangen.

Viele Christen ziehen hier eine saubere Trennlinie:

  • Die Rechtfertigung: Ja, das war 100% Gottes Geschenk.
  • Die Heiligung: Aber beim eigentlichen Leben als Christ – da bin ich am Zug!

Wir sehen die Heiligung als eine Art spirituelles Fitnessstudio. Wir sagen: Gott hat uns den Eintritt bezahlt (die Rechtfertigung geschenkt), doch das Training, das Schwitzen, die Muskelarbeit – das ist unsere Aufgabe! Wir betrachten die Heiligung als ein Projekt der Selbstoptimierung: Wir müssen uns abmühen, trainieren, Gewichte heben, unsere Willenskraft stärken und unseren Charakter vervollkommnen. Und wenn wir nicht mehr weiterkönnen, dann greift Gott ein und hilft uns. Somit wird Gott zum Nothelfer, der nur bei totalem Versagen eingreift.

Wenn ich 60% geschafft habe, dann tut Gott die restlichen 40%. Schlimmer noch: Die heimliche Zielsetzung ist, durch ständige Selbstbeherrschung und Moral eine spirituelle Unabhängigkeit von Jesus zu erlangen – also 100% zu schaffen, vollkommen zu werden, „um in der Endzeit zu bestehen“.

Und so sind wir wieder ins Hamsterrad des Tuns zurückgekehrt, aber mit besserer Motivation: Wir wollen Kinder Gottes bleiben. Diese Denkweise ist eine versteckte Werksgerechtigkeit, ich würde sie als Werksheiligung bezeichnen! Dadurch wird das Leistungsdenken wieder durch die Hintertür eingeführt.

Ich möchte an dieser Stelle eine persönliche Geschichte erzählen. Meine Großmutter mütterlicherseits wuchs in einer gläubigen Familie auf. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als meine Oma noch klein war, arbeitete ihr Vater als Migrant in den USA. Dort lernte er die adventistische Botschaft kennen und nahm diesen Glauben an.

Etwa zur gleichen Zeit erreichten die ersten Missionare dieser Gemeinschaft Siebenbürgen in Rumänien, und meine Urgroßmutter wurde eine der ersten Getauften im Land. Als ihr Mann aus Amerika zurückkehrte, die große Überraschung: Beide hatten unabhängig voneinander dieselbe geistliche Heimat für sich entdeckt.

Und so wuchs meine Oma in einem gottesfürchtigen Umfeld auf, was sie prägte und dazu führte, dass sie den Glauben zeit ihres Lebens sehr ernst nahm. Ich behalte sie als eine sehr gläubige, starke und tüchtige Frau in Erinnerung. Da mein Vater früh verstorben ist, hat sie eine ganz wichtige Rolle in meinem Leben eingenommen. Ich denke auch heute noch gerne an ihr wunderbares Essen zurück, das sie immer mit so viel Liebe zubereitet hat.

Ich besuchte meine Oma das letzte Mal wenige Tage vor ihrem Tod im Alter von fast 95 Jahren. Beim Abschied von ihr sagte sie mir unter Tränen Folgendes:

„Nicoleta, ich habe es nicht geschafft, vielleicht schaffst du es!“

Sie weinte und betete. Ich sagte ihr:

„Oma, schau einfach auf Jesus. Was wolltest du eigentlich erreichen? Du brauchst nichts schaffen, schau auf Jesus.“

Mit diesen Worten „vielleicht schaffst du es“ gab sie mir eine Art geistliches Vermächtnis mit auf den Weg – eine schwere Delegation, die mich tief berührte. Es fühlte sich an, als würde sie mir einen Stab weiterreichen, damit ich nun vollende, was ihr nach eigenem Empfinden verwehrt geblieben war.

Doch um diesen Auftrag annehmen oder mich davon lösen zu können, musste ich erst einmal begreifen, worum es dabei eigentlich ging: Was war dieses „Es“, das nach fast einem Jahrhundert treuer Nachfolge noch immer als unerledigte Aufgabe zwischen ihr und ihrem Frieden stand?

Dieses Erlebnis hat mich tief bewegt. Ich musste mich fragen:

  • Wie kann es sein, dass ein Mensch 95 Jahre lang Jesus nachfolgt und am Ende seines Lebens so enttäuscht von sich selbst und so verzweifelt ist und fürchtet, „es nicht geschafft“ zu haben?

Die Erfahrung mit meiner Oma hat mich einige Jahre danach beschäftigt. Sie zeigte mir, wie sehr selbst aufrichtige Nachfolger Jesu ihr Leben lang darum ringen können, genug zu tun. Das Herz meiner Großmutter war voller Liebe zu Gott – und doch blieb die Frage: Habe ich genug getan?

Diese Spannung ist vielen von uns vertraut. Sie entspringt nicht aus dem Unglauben, sondern aus einem ehrlichen Verlangen, Gott zu gefallen. Und gerade darin wird sichtbar, wie leicht wir in unserem Glaubensleben rutschen können:

  • vom Geschenk zur Leistung,
  • von der Gnade zur Anstrengung,
  • vom Sein zum Tun.

In diesem Denken wird Heiligung zu einem menschlichen Projekt – zu einer geistlichen Form von Selbstoptimierung. Lange Zeit habe ich auch gedacht, Heiligung sei ein Projekt, das ich meistern muss. Doch für mich hat sich ein tiefer Knoten gelöst, als ich auf einen Gedanken stieß, der alles veränderte:

Wir müssen aufhören, Gott vorzuschreiben, an welcher Stelle er uns korrigieren soll. Wahre Heiligung bedeutet nicht, dass wir uns selbst reparieren – sondern dass wir Gott die Erlaubnis geben, uns umzugestalten.

Wenn die Heiligung nicht das mühsame Verbessern unseres Charakters nach unseren Vorstellungen ist, was ist sie dann? Paulus gibt uns die Antwort und erklärt uns in Epheser 2,10 dieses Prinzip:

„Denn wir sind sein Gebilde, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“

Heiligung ist Gottes Geschenk an uns. Sie beginnt nicht bei unserem Tun, sondern bei unserem Sein in Christus. Wir sind nicht die Architekten unserer Heiligkeit – wir sind Gottes Werk, wir sind sein Gebilde. Heiligung ist nicht unser Projekt, es ist nicht unser Selbstverbesserungsprogramm, das Gott gelegentlich unterstützt.

Sie ist Gottes Werk, sein liebevolles Gestalten in Christus Jesus, welches wir im Vertrauen empfangen und mit Ihm leben dürfen. Er formt uns. Er hat die Werke schon bereitet und führt uns hinein. Philipper 2,13 macht es noch deutlicher:

„Denn Gott ist es, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“

Auch die guten Werke sind von Gott vorbereitet. Unser Tun ist nicht unser Plan, es ist Seiner. Heiligung bedeutet, als geliebte Kinder in der Beziehung zu unserem Vater zu leben. In dieser Gemeinschaft gestaltet Er unser Herz und richtet unser Wollen neu aus, „nach seinem Wohlgefallen“.

Heiligung ist keine Willenskraftübung, sondern Gottes fortlaufendes Wirken in unserem Leben, denn auch das Wollen wird uns geschenkt. Die Heiligung ist eine kontinuierliche, andauernde Handlung Gottes in uns. Er ist der Initiator, der Ausführende und der Vollender dieses Prozesses.

Die Heiligung ist der tägliche Wandel in einer tiefen, ununterbrochenen Beziehung zu unserem Erlöser. Gott wirkt ständig daran, uns die Gestalt Christi einzuprägen.

  • Wir müssen nicht mit unserer eigenen stumpfen Schere kämpfen und an unserem Charakter zu schnipseln, um Gott etwas vorzuweisen.
  • Wir brauchen nur bereit zu sein, uns Seiner meisterhaften Führung und Seinem göttlichen Werkzeug hinzugeben.

Heiligung ist keine Selbstverbesserung, sondern „Raum schaffen für den Heiligen Geist“. Die Heiligung ist mein tägliches, vertrauendes „Ja“ zu Christus: Herr, forme mich! Führe mich! Bleib in mir! Wir öffnen unser Herz, wir vertrauen, wir suchen Seine Gegenwart – und Er wirkt. Es ist eine aktive Ruhe, ein Leben im Bewusstsein: Ich bin getragen, geführt, gehalten.

  • Heiligung ist ein Akt der tiefen Abhängigkeit, des Vertrauens und der Hingabe.

Wir verweilen in Seiner Gegenwart, wir hören auf Sein Wort und bitten um den Heiligen Geist. Und dies tun wir nicht, um etwas zu erzeugen oder uns zu verbessern. In dieser Verbindung wirkt Er in uns, er gestaltet unser Leben und lenkt uns in die von Ihm zuvor bereiteten Werke. Das Tun entspringt somit dem Sein in Christus.

Ihr Lieben, das Evangelium befreit uns von der Last, uns selbst erlösen, heiligen oder vervollkommnen zu müssen. Es befreit uns von der Angst, die Bilanz ausgleichen zu müssen. Es führt uns aus dem Leistungsdruck der Werksgerechtigkeit und der Werksheiligung in die Freiheit der Dankbarkeit der Kinder Gottes.

Der Unterschied in den Ergebnissen ist radikal:

  • Tun, um zu sein hat als Ergebnis: Erschöpfung und Verzweiflung.
  • Sein, um zu tun hat als Ergebnis: Geborgensein in Christus, Frieden, innere Ruhe und Gelassenheit, Dankbarkeit, Vertrauen und wahre Frucht.

Wenn wir verstehen, dass unser Sein in Christus gesichert ist, können wir aus einer tiefen Ruhe heraus handeln. Unser Gehorsam ist dann keine Qualifikation mehr, sondern eine Antwort auf die empfangene Liebe.

Im wahren Glauben finden wir Ruhe und Frieden, weil unsere eigenen Unternehmungen in die Hände des Vaters gegeben wurden – und er wird mit uns viel besser handeln, als wir es je könnten. Im wahren Glauben ist jedes Tun in Frieden eingebettet. Wir dürfen das Steuer loslassen und ihm vertrauen, dass er genau weiß, welcher Teil unseres Herzens wann an der Reihe ist.

Wir sind Kinder, die an der Hand ihres Vaters gehen – in jedem Schritt. Dieses Sein ist das Fundament, und das Tun die natürliche Folge der Liebe und der Kraft des Heiligen Geistes, die in uns wirkt. Lasst uns den Weg der Heiligung gehen – nicht, um Kinder Gottes zu werden, sondern weil wir es in Christus bereits sind.

Zum Abschluss möchte ich euch 1. Thessalonicher 5,23-24 mit auf den Weg geben:

„Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für das Kommen unseres Herrn Jesus Christus. Treu ist, der euch ruft; er wird’s auch tun.

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